In letzter Zeit ertappe ich mich selber immer wieder dabei, wie ich gefühlskalt auf gewisse Themen oder gegenüber gewisse Personen reagiere. Meistens dann, wenn mir jemand zu nahe kommt. Ich rede mir selber ein, dass ich Nähe nicht gebrauchen kann, weil sie so oft mit Enttäuschung und Schmerz verbunden ist. Ich möchte allein sein, weil ich eh der einzige Mensch der Welt bin, der mich versteht. In Anwesenheit anderer kommt es immer zu unangenehmen Missverständnissen. Und je näher ich einem Menschen kam, desto schmerzhafter war nachher seine Abwesenheit. Allein sein ist toll. Es ist so herrlich ruhig, keiner nervt, man ist von niemandem abhängig. Das rede ich mir so ein.
Eigentlich hätte ich schon sehr gerne jemanden, mit dem ich schöne Dinge erlebe, über die wir später reden können; jemand, von dem ich nachts träume; jemand, der mich wärmt, wenn ich friere; jemand, der mich versteht, ohne dass ich ein Wort sagen muss; jemand, der all das isst, was ich tagtäglich zu viel einkaufe und koche; jemand, der all diese banalen alltäglichen Dinge mit mir teilt. Es gibt sogar jemanden, bei dem ich immer wieder an all das denke und lächeln muss. Jemand, bei dessen Anwesenheit ich mich wohl fühle. Doch es ist auch jemand, der wohl niemals das selbe über mich denken wird, weil er eben doch eine andere Sicht der Welt hat als ich. Jemand, der Hindernisse sehen würde, wo für mich gar keine sind. Vermutlich rede ich mir das auch nur wieder ein. Aber ich kann nicht anders. Beim Gedanken daran, will ich dann wieder nur allein sein, bin gefühlskalt. Will ihm nicht zeigen, was ich eigentlich denke. Es ist wohl die Angst, wieder mal enttäuscht zu werden. Und solange diese größer ist als die Angst vor der Vereinsamung, wird sich bei mir überhaupt nix ändern. So lange werde ich nur neben den anderen leben, nicht mit ihnen.



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Stell dir mal vor, Sie steht auf Ihn, findet ihn mehr als nett, würde gern eine Annäherung wagen. Er steht aber dummerweise nur auf Männer. Oder er findet sie zu jung, weil sie beide 10 Jahre trennen. Oder weil 250km Distanz zwischen ihnen liegen. Oft sind es Dinge, die für den einen keine Rolle spielen, für den anderen aber eine große. So in etwa ist es bei mir, nur dass andere Kriterien eine Rolle spielen, die ich nicht näher erläutern möchte.
Vor Enttäuschung ist niemand sicher. Es gibt Menschen, die fühlen nichts. Das ist noch schlimmer.
lg